Festplatte klonen

Es kann aus unterschiedlichen Gründen nützlich oder sogar unvermeidbar sein, eine Festplatte zu klonen. In jedem Fall handelt es sich um ein technisch eher aufwendiges Verfahren, das nicht ohne Weiteres durchgeführt werden kann. Dennoch gibt es zahlreiche unterschiedliche Wege, die sich teilweise auch für Benutzer ohne ein spezielles Fachwissen eignen.


Kopieren bedeutet nicht, eine Festplatte zu klonen

Auch wenn beim Klonen einer Festplatte alle Daten gespiegelt werden, handelt es sich um ein grundsätzlich anderes Vorgehen, als beispielsweise das Erstellen einer einfachen Kopie einer Datei oder eines Verzeichnisses. Dabei werden einfach die Informationen gelesen und anschließend neu geschrieben. Eine Festplatte zu klonen ist demgegenüber ein wesentlich genaueres Verfahren: Hier werden sämtliche Informationen auf der Festplatte Bit für Bit gelesen und auf ein anderes Speichermedium übertragen, wodurch ein exakt identischer Zwilling entsteht. Dieser schließt auch Daten mit ein, die normalerweise einem Nutzer nicht direkt zur Verfügung stehen. Das sind etwa Bereiche, in denen technische Informationen gespeichert werden, wie zum Beispiel:

  • Die sogenannte Partitionstabelle mit der Aufteilung der Festplatte
  • Der Master Boot Record (MBR), der nach dem Start zuerst geladen wird
  • Dateisysteme und ihr Format wie NTFS bei Windows, EXT4 bei Linux oder HFS+ bei Apple OS X
  • Blöcke zur Verwaltung wie der Superblock, in den die Struktur der Daten geschrieben wird
  • Nicht zugeordnete, "leere" Bereiche oder solche mit fehlerhaftem Inhalt

Festplatte klonen

© Manuel | shutterstock.com



Kostenlose Software zum Klonen der Festplatte verwenden

Windows selbst betet leider keine eigene Lösung, um die Festplatte Ihres PCs oder Laptops zu klonen. Es ist daher sinnvoll auf kostenfreie Tool zurückzugreifen, die sich einfach im Internet herunterladen lassen. Wir haben Ihnen eine Übersicht der besten Programme zusammengestellt:


Software Lösungen

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Unter welchen Bedingungen ist es notwendig, eine Festplatte zu klonen?

In vielen Situationen ist es sinnvoll und in einigen sogar unbedingt erforderlich, eine Festplatte zu klonen. Darunter fällt nicht ein einfaches Back-up von wichtigen Dateien, da das Klonen sehr zeitaufwendig und für diese Zwecke viel zu ineffizient ist. Ein typisches Szenario, das auch private Anwender häufig betrifft, ist hingegen beispielsweise der Einbau einer neuen Festplatte in einen genutzten Computer. Unabhängig davon, ob der Grund eine höhere Kapazität oder ein drohender Ausfall des Laufwerks ist, muss der Inhalt eines Laufwerks exakt übertragen werden, da bei einer einfachen Kopie das Betriebssystem in der Regel nicht startet. Ein anderer Fall ist etwa das Versagen eines Laufwerks. Um die möglicherweise noch vorhandenen Daten nicht zu gefährden, besteht der erste Schritt darin, die Festplatte zu klonen. Anschließend kann mit dem Klon und unterschiedlichen Technologien exakt wie mit dem Originalspeicher gearbeitet werden, ohne dass die Gefahr eines weiteren Verlustes an Informationen besteht.


Auf verschiedenen Wegen lässt sich eine Festplatte klonen

Microsoft Windows stellt selbst keine Mittel zur Verfügung, mit denen sich eine Festplatte klonen ließe. Handelt es sich um das Speichermedium mit dem Betriebssystem, ist dies ohnehin nicht möglich: Während des Prozesses würde das Betriebssystem auf den Speicher zugreifen und dadurch praktisch im laufenden Betrieb die Daten umschreiben, die es gerade liest. Andere Betriebssysteme wie Linux sind in dieser Beziehung etwas toleranter und erlauben es, selbst unter diesen Umständen einen weitgehend identischen Klon zu erstellen. Allerdings stellt ein solches Vorgehen eine absolute Notlösung dar, die niemals ohne Grund durchgeführt werden sollte. Erfreulicherweise ist es trotz dieser Voraussetzungen nicht schwer, die Festplatte klonen zu lassen. Die übliche Vorgehensweise besteht darin, ein unabhängiges Livesystem von einer CD oder einem USB-Speicher zu starten und dieses die Aufgabe durchführen zu lassen.


Nahezu alle Verfahren basieren auf Linux

Zu jedem Basissystem von Linux gehört bereits die Anwendung dd, der es erlaubt, sowohl Dateien wie auch Partitionen oder ganze Laufwerke originalgetreu zu kopieren. Da sie allerdings über keine grafische Oberfläche verfügt, ist sie für unerfahrene Nutzer denkbar ungeeignet - zumal beispielsweise bei einem einfachen Irrtum zwischen Quelle und Ziel alle Daten unwiederbringlich gelöscht werden würden. Glücklicherweise existiert jedoch eine Vielzahl von kommerziellen und frei verfügbaren Lösungen, die diesen Nachteil beseitigen. Sie bieten eine übersichtliche, intuitive und grafische Oberfläche, über die sich einzelne Partitionen oder Festplatten klonen lassen und die mitunter auch zusätzliche Funktionen zur Verfügung stellen. Technisch entsprechen sie dabei exakt dem Protokoll: Es handelt sich fast ausschließlich um speziell angepasste Versionen von Linux, die von einem externen Medium gestartet werden müssen. Anschließend laden diese ein unabhängiges Betriebssystem und anschließend eine Oberfläche, auf der der Nutzer seine Quelle und sein Ziel auswählt. Zu beachten ist dabei, dass Nutzer nur in Ausnahmen einen Speicher auf eine andere Festplatte klonen dürfen, wenn diese eine geringere Kapazität besitzt. Ist dies möglich, handelt es sich praktisch um eine Kopie, die sich etwa für das Übertragen von Betriebssystemen aber nicht die Datenrettung eignet.



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